Presse | Eröffnung des Mehr Generationen Hauses
Starke Leistung für jedes Alter
Eine Ministerin, die Mutter von sieben Kindern ist, hat keine Berührungsängste.
Das bewies Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen gestern Nachmittag, als sie das Mehrgenerationenhaus „Friedrichstraße 37a" eröffnete.
Nach dem offiziellen Teil half sie Kindern beim Bau von Knusperhäuschen, verteilte mit einem Teelöffel Zuckerguss auf dem Lebkuchen und naschte zwischendurch Smarties, die zur Dekoration bestimmt waren. In der Schneiderwerkstatt interessierte sie sich besonders für die Herstellung der indischen Gewänder, mit denen die indische Tanzgruppe ausstaffiert worden war. „Darf ich einmal anfassen?" Natürlich durfte sie.
Die Eröffnung von Mehrgenerationenhäusern ist für mich immer wieder spannend, weil ich nie weiß, was mich erwartet", bekundete die Ministerin, und sie zeigte sich beeindruckt von indischen und orientalischen Tänzen, die das Programm auflockerten. „Brauchen wir Mehrgenerationenhäuser?" Diese Frage beantwortete sie mit der Feststellung, dass immer weniger Kinder in Deutschland geboren werden und es immer mehr ältere Menschen gibt.
Seit 30 Jahren stelle man fest, dass sich zunehmend die Netze der Familien auflösen. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind glücklich großzuziehen", so lautet ein afrikanisches Sprichwort, das nach Meinung der Ministerin den Kern genau trifft. Familien seien kleiner geworden. Jungen Eltern fehle heute das stillschweigende Weitergeben von Alltagskompetenzen. Hier greife das Konzept der Mehrgenerationenhäuser nach dem Motto „Starke Leistung für jedes Alter".
Wir haben jetzt ein Mehrgenerationenhaus und keine alte Kaserne mehr", hatte Geschäftsführerin Urthe Böhnert vom Verein für Jugendhilfe eingangs freudestrahlend festgestellt. Jugendliche lernen hier ganz selbstverständlich von Älteren und Ältere umgekehrt von Jüngeren. Jede Generation habe etwas zu bieten. „Wir geben diesen Angeboten Raum und schaffen mit vielen Projekten und Dienstleistungen die Voraussetzungen für generationen- und kulturübergreifendes Miteinander.
Jugendarbeitslosigkeit abzubauen und das alte Kasernengebäude mit jungen Arbeitslosen zu sanieren, um es zu einem Ort der Begegnung, Bildung und der Kulturen werden zu lassen, dieses Ziel sei hervorragend erreicht worden", betonte der stellvertretende Landrat Dr. Hermann Meyer. Alle in der Friedrichstraße Tätigen erbringen eine nicht hoch genug einzuschätzende Leistung in einer Zeit, die von Ellbogen-Mentalität geprägt sei.
Anerkennung für sieben Jahre hervorragende Jugendarbeit sprach Samtgemeindebürgermeister Reinhard Scholz dem Verein für Jugendhilfe aus. „Zwischen Projekt und Kommune passt kein Löschblatt" , versicherte er und hob damit auf die gute Zusammenarbeit ab. „Das ist ein Mehrgenerationenhaus, an dem sich viele ein Beispiel nehmen können."
Quelle:Bersenbrücker Kreisblatt vom 29.11.2006